Kunst unterm Rat. Ein Interview.

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Interview-Rat-der-Künste

Frederike-Alna Fuchs im Gespräch mit dem Künstler und Kurator des Gerresheimer-Bahnhof, Carsten Reinhold Schulz zu Teilhabe, Solidarität und dem neu gegründeten Düsseldorfer Rat der Künste. (ART AND INTERFERENCE / VOL. II/ 2018)

Zeitung Rat der Künste

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Die Totengräber der kulturellen Gleichberechtigung in Düsseldorf.

Was passiert, wenn Künstler tatsächlich Verantwortung übernehmen…?


Immobilieneigner Piet Neiser und Kulturdezernent 
Hans-Georg Lohe als Totengräber kultureller Gleichberechtigung in Düsseldorf.



Carsten Reinhold Schulz Teilhabe Publikation
Politisches Gemauschel…

… verschobene Amts-Verantwortung, Hardcore-Kapitalismus und versteckte städtische Geldmittel: 
so geht ein langjähriges, gemeinnütziges Interventions- und Kultur-Projekt in Düsseldorf vor die Hunde.
 
Der Kunstverein Jason Rø e.V. und mit ihm die geförderten Outsider-Künstler und alle weiteren zugehörigen Kunst-, Musik, Literatur und Teilhabeprojekte, haben sich nach über drei Jahren, wegen der vor Ort herrschenden, beinahe kriminell zu nennenden Verdrängungsmethoden, aus dem 400 qm großen Gerresheimer Bahnhof zurückgezogen. Ein weiterer Grund war die Angst vor der Unberechenbarkeit der beiden ehemaligen Partner und der daraus für alle mitarbeitenden Künstler entstehenden Rechtsunsicherheit.
Das alles ungeachtet der bis heute laufenden Verträge und finanzieller Garantien, die seit Dezember 2017 jedoch von den beiden Vertragspartnern nicht mehr eingehalten werden und die damit den Kunstverein bewußt finanziell demontiert haben. Die abgesprochene Unterstützung von Kunst und Kultur „auf die ganz lange Bank zu schieben“ ist damit als eine funktionierende Kernmethode kommerzieller Grabenkämpfe in unserer Wirtschaft ausgemacht.
Unerträgliches politisches Gemauschel, versteckte städtische Gelder, offenbare Kumpaneien auf Dezernentenebene, in die Augen der Öffentlichkeit gestreute falsche Behauptungen, Denunziationen über die Presse und unsolidarische Machtschiebereien der Gerresheimer Heimat- und Kulturkreise – das sind einige der eher unschönen Zusammenhänge – neben den unzähligen tollen Projekten, Ausstellungen und Angeboten des Vereins  – 
die aus der künstlerischen Recherche der letzten Jahre im sogenannten Kulturbahnhof in Düsseldorf-Gerresheim notiert werden können.
Der Kunstverein hat den übersichtlichen Hauptvertrag, der u.a. die sensiblen Kulturangebote des Kunstvereins schützen sollte, für alle nachvollziehbar 
öffentlich gemacht.  Man sieht jedoch wohl nur was man sehen will.

Es gibt offenbar ein deutliches Zuviel an finanziellem und politischem Eigen-Interesse mit und in dem denkmalgeschützten Spekulationsobjekt des Gerresheimer-Bahnhofs,
um die gesellschaftlich nachhaltigen Ideen und Fragen zu Kunst und Solidarität zu unterstützen. 
Die Totengräber der kulturellen Gleichberechtigung in Düsseldorf:
 
wenn es um die finanziellen Verschachtelungen zwischen Stadt, Kultur und Immobilienwirtschaft geht, sind die Interessengruppen um den Bahnhofseigner Piet Neiser offenbar ohne Skrupel bereit künstlerische Existenzen zu vernichten, geistig behinderte Künstler zu verdrängen, langjährig aufgebaute einzigartige, Kulturprogramme und ganze Kunstvereine mit fadenscheinigen Behauptungen und Schuldzuweisungen zugrunde zu richten.
Man entledigt sich derzeit jener, mittlerweile unbequemen oder kritischen künstlerischen Kräfte, die ursprünglich für den professionellen Aufbau und die Finanzierung des Ortes verantwortlich waren. Wer auf sein vertragliches Recht hinweist, wie es der Kunstverein getan hat, dem wird Zerrüttung der Situation vorgeworfen. Sie glauben es nicht? So einfach scheint es zu sein.
Kulturelle Recherche und echte künstlerische Verantwortung sind deutlich unerwünscht.
 
Das sogar fixe Garantien und Verträge zu nachgewiesener kultureller Leistung in Düsseldorf mittlerweile mit frei-erfundenen Unterstellungen ausgehebelt werden können, darauf war der Kunstverein Jason Rø e.V. augenscheinlich tatsächlich nicht vorbereitet. Vom Düsseldorfer Kulturdezernenten Hans Georg Lohe wurde das dreieinhalb Jahre gelaufene Kunst- und Stadtteilförderprojekt mit einem, vom Kunstverein und edem verantwortlichen Künstler erwirtschafteten Volumen von etwa einer Viertelmillion EUR, per Brief einfach zu einem Privatproblem des Künstlers / Vereins erklärt.
Ganz aktuell: Manipulationen der Akten fürs Gericht
Soeben wurden Manipulationen vom Anwalt des Kunstvereins in einer Neuvorlage des Kündigungsschreibens für das Gericht entdeckt. 
Offenbar hat der Eigentümer des Bahnhofs, Herr Piet Neiser, handschriftlich nachträgliche Manipulation am bis heute unwirksamen Kündigungsschreiben vorgenommen.
Dies sind die neuesten, immer deutlich unsauber wirkenden Mittel, die „gezinkten Karten“ vor der anstehenden Gerichtsverhandlung im Oktober 2018.
Solche Methoden lassen für die Zukunft nichts Gutes vermuten.
Ob der gemeinnützige Kunstverein Jason Rø e.V. der geballten finanziellen Kraft eines Architekturbüros und einer Catering-GmbH solange standhalten kann, bleibt ohnehin offen.
Die Vorgehensweise im Allgemeinen und auch das Herstellen eines immer größeren Chaos hat Methode und verdeutlicht anschaulich was geschieht, wenn Künstler oder Kunstvereine tatsächlich versuchen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, z.B. um der fortschreitende Spaltung der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Dann gibt es plötzlich offen die Frage nach einer nützlichen und einer störenden Kunst.
So geht also Verantwortung in Düsseldorf, Herr Lohe?
Chapeau …
 
 
Text © Carsten Reinhold Schulz 
8.2018, Künstler, Düsseldorf

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OB Thomas Geisel und Düsseldorf.

Plakat Geisel Job

Herr Geisel, macht dieser Künstler Ihren Job im Osten?

Der gemeinnützige Verein Jason Rø e.V.  hat unter Verantwortung des Düsseldorfer Interventions-Künstlers und Autors Carsten Reinhold Schulz,  aus eigener Kraft und ohne finanzielle Sponsoren, im Werkjahr 2015/16 die Summe von 150.000,– EUR aufgebracht:

für wichtige und schöne Ausstellungen, Konzerte, Förderungen von Schulen, Hochschulen, für Gesprächskreise, ortsansässige Vereine, für die rheinische Sprache, für Industriekultur oder solidarische und innovative Konzepte in Wirtschaft, Kunst und Kultur – mitten in einem von den Stadtverantwortlichen, dem Kulturdezernenten, dem Kulturamt und dem Kulturausschuss seit Jahren bewußt vernachlässigten Stadtteil Düsseldorfs.

Wir nehmen alle Ankündigungen zur Förderung ausgegrenzter Bezirke im Sinne der Bürger weiterhin ernst und haben uns ehrenamtlich und solidarisch mit großer Energie für eine, die Zukunft bewahrende, offene und integrative Kultur eingesetzt. Damit reagieren wir auf die deutlichen Signale der Zeit.

Die finanzielle Unterstützung ganzer Stadtteile und Ihrer Kultur bleibt jedoch Kernaufgabe einer sozial ausgerichteten Politik und Kulturpolitik.

Daher braucht die Arbeit des Kulturbahnhof-Gerresheim jetzt auch klare Zeichen Ihrer Verantwortlung.

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Düsseldorfer Kulturpolitik ignoriert erneut die Bürgerwünsche des Bezirks 7.

Der vor wenigen Tagen erschienene Presseartikel zum Gerresheimer Kulturbahnhof, sicherlich von der Rheinischen Post in bester oder vermeintlich helfender Absicht geschrieben, ist durch seine Überschrift, für das seit einem halben Jahr recht erfolgreich verlaufende Programm, kontraproduktiv geraten.

Um es vorwegzunehmen: mit P.N.I. und dem Kulturbahnhof Gerresheim ist alles O.K. Trotz der erneut fehlenden Förderung sind keine strukturellen Probleme vorhanden.

Düsseldorfer Politik verliert ihre Glaubwürdigkeit

Schwierigkeiten dürfte allerdings die Glaubwürdigkeit der Politik und die Nachvollziehbarkeit der Zielsetzungen aller politischen Verantwortlichen im Bezirk 7 haben. Das eigentliche Thema des Artikels hätte daher wohl eher die erhellende Tatsache sein können, dass die verfehlte Förderung erneut die Bürger und Vereine des Bezirks 7 trifft. Sie sind es, denen nun zum wiederholten mal, die von ihren Volksvertretern seit Jahren angekündigte und versprochene Beteiligung an den Projekten und Räumen im ehemaligen Bahnhof Gerresheim verweigert wird. Ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die sich für gemeinschaftliche kulturelle Ideen im Bahnhof mit großer Kraft schon zu Zeiten der vorsintflutlichen städtischen Abrissplanung, des nun denkmalgeschützten Gebäudes, engagiert haben.

Selbst Beschlussfassungen und feste Zusagen an die in Gerresheim lebenden Bürger, vonseiten der Bezirksvertretung zur expliziten Förderung des Kulturbahnhofs, werden nunmehr seit 2011 von der verantwortlichen Politik ignoriert. Das Ziel dieser etwas fahrig wirkenden Kulturpolitik ist unklar, möglicherweise spielt eine tiefersitzende Ignoranz gegenüber Menschen der Arbeiterviertel an der ehemaligen Gerresheimer-Glashütte eine unschöne Rolle?

Klientelbegünstigung statt Kulturförderung?

Möglicherweise reicht den Gerresheimer Politikern mittlerweile ein vor dem Bezirksrathaus Flöte spielender Oberbürgermeister zur langfristigen kulturellen Selbstdarstellung. Ob die Fährte dieser Musik, bei aller vorgetragenen Innovationsabsicht der in Düsseldorf regierenden Ampel, sich nicht wieder in einer, seit OB Erwin hinlänglich bekannten Bahn inhaltsferner Klientelbegünstigung verliert, werden die Wähler selbst erkennen müssen.

Unser diesjähriges, wie auch das für das nächste Jahr geplante Programm, ebenso wie das Gesamtkonzept von P.N.I. im Kulturbahnhof-Gerresheim könnte, programmatisch gesehen, als Stadtteilförderung, künstlerisches Experiment und Teilhabewirklichkeit längst ein Stück Chancen schaffender Düsseldorfer Normalität sein. Und gehörten diese oben genannten, von uns seit 1989 postulierten solidarischen, künstlerischen Ideen nicht sogar in die von der regierenden SPD eingebetteten kulturellen Zielsetzungen der vorangegangenen Wahlperiode?

Sehnsuchtsort P.N.I. Kulturbahnhof-Gerresheim

Der Bahnhof als „Sehnsuchtsort“ in diesem, sich im Umbruch befindlichen, geschichtsträchtigen Düsseldorfer Stadtteil, wäre durchaus in der Lage, ein über die Region hinausragendes kulturelles Zeichen zu setzen.
Jetzt erscheint er nur als der Ort, an dem die Düsseldorfer Politik und Kulturpolitik wieder allzu kurzsichtig zu scheitern droht und alle sinnvollen Perspektiven verspielt.
Ein bekanntes Muster der Stadt? Nicht zum ersten mal werden in Düsseldorf soziale Innovation, Inklusion, solidarische Formen der Kunst und Teilhabe ganz hinten auf die Liste kultureller Notwendigkeiten gesetzt. Lieber werden finanzielle Mittel für rückwärtsgewandte „Kunst-am-Bau-Ideen“ in die Hand genommen. Reaktivierte Ideen voriger Jahrzehnte, die eher an reaktionäre Überprüfbarkeit denken lassen. Da scheint die Wirklichkeit vieler heutiger Künstler doch schon etwas weiter zu sein, wenn wir den internationalen Gedanken mal ins Spiel bringen wollen …

Allem Raum geben

Mit allen Künstlern zu reden, „allem Raum geben“, wie es der Künstler Felix Droese einmal ausgedrückt hat, wäre ein prima Anfang gewesen.
Wir versuchen das mit P.N.I. anzubieten, mit kleinen Mitteln und unserer Offenheit – auch an den Rändern des Systems „Kunst“. Um Ausgrenzung zu verhindern, aus eben diesem Grund wurde 2011 der Verein Jason Rø e.V. gegründet und er hat nicht nur die Beteiligungen von Künstlern mit geistiger Behinderung am offiziellen Düsseldorfer Kulturleben zu einer Selbstverständlichkeit gemacht.

Die Tatsache, dass langjähriges bürgerliches Engagement in Düsseldorf nur dann auf fruchtbaren Boden fällt, wenn politische Strategien dies zulassen – auch das ist jetzt eine dokumentierte Erfahrung des Kunstprojektes P.N.I. im Kulturbahnhof-Gerresheim.
Tatsächlich jedoch werden alle Projekte und künstlerischen Realisationen derzeit ausschließlich von bildenden Künstlern aus überschaubaren Vereinsmitteln und aus eigener Tasche finanziert.
Neben dem umfangreichen kulturellen Programm gehörte dazu auch die Ausrichtung des
OB-Bürger-Dialogs.
Auch das dürfte definitiv eine Innovation gewesen sein …

P.N.I. im Kulturbahnhof-Gerresheim
Carsten Reinhold Schulz
Konzeptkünstler / Kurator

News zum Kulturbahnhof-Gerresheim an dieser Stelle.

Erfahren Sie demnächst alle News und Informationen rund um das Kultur-Programm von PROJEKTE NEUNZIG IMHAUS im denkmalgeschützten Gebäude des alten Gerresheimer Bahnhofs unter dieser Adresse.

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Kulturbahnhof-gerresheim

NEUNZIG-IMHAUS: der Kulturbahnhof Gerresheim

Kultur, Experiment, Teilhabe und Veranstaltungen

Der denkmalgeschützte Kulturbahnhof im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim wird ab April 2015 unter Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins „Jason Rø e.V. für Kunst und Teilhabe“ gestellt. Mit ihm werden die kulturellen Ziele und Möglichkeiten dieses schönen Ortes in Zukunft gestaltet und ausgelotet. Die Räume sollen trotz des bald stattfindenden regelmäßigen Kunst, Musik und Kulturprogramms weiterhin auch für private Veranstaltungen und Feiern nutzbar bleiben.
Als verantwortlicher Kurator wurde Carsten Reinhold Schulz eingesetzt, der seit langem daran arbeitet, Kunst und Kultur wieder mehr ins Zentrum der Gesellschaft zu rücken, um sie wieder für alle verfügbar zu machen: „Eine Hochzeit, zum Beispiel, ist nicht nur ein Event, sondern ein Kultur-Ereignis und Teilhabe muss mit den Menschen gemeinsam geschaffen werden, dazu gehört auch Kritik und Selbstkritik“. Er hat den Namen „NEUNZIG-IMHAUS“ erfunden. Mit Heinrich Heine aufgewachsen, ist der Armenarzt, Lithograph und Revolutionär Peter Joseph Neunzig für ihn die schlüssige Verkörperung einer beeindruckenden Verbindung von sozialem Engagement, freiheitlichem Denken und Kunst.
Für Informationen, Kontaktaufnahme oder Buchungen des Kulturbahnhof-Gerresheim sind bereits folgende Kontaktmöglichkeiten aktiv:

Telefon: 0211 20 974 364
http://www.kulturbahnhof-gerresheim.de
info@kulturbahnhof-gerresheim.de

Düsseldorferin Silvia Fuchs erhält europäischen Kunstpreis im Rathaus

„Paar mit Selbstportrait“, Silvia Fuchs, ( Ausschnitt)

„Paar mit Selbstportrait“, Silvia Fuchs, ( Ausschnitt)

Der europäisch orientierte Kunstpreis Art of the Heart Award geht an die 1967 geborene Düsseldorferin Silvia Fuchs.
Der Award wurde während der European Special Olympics, der europäischen Olympiade von Menschen mit geistiger Behinderung, von der ausrichtenden Region Antwerpen, Belgien, ausgelobt. Die Preisurkunde wurde von Frau Cathy Berx, der amtierenden Gouverneurin Antwerpens unterzeichnet.

 Die offizielle Übergabe des Awards findet am 21. Januar 2015 im Jan-Wellem-Saal des Düsseldorfer Rathauses statt.

Das Event findet im Beisein und mit einem Grußwort des Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel statt. Weitere Worte zum Kunst-Preis und dem Zusammenhang mit den Special Olympics wird Detlef Parr vermitteln. Er war langjährig im Bundesvorstand der Special Olympics Deutschland verantwortlich engagiert und ist eng mit allen dortigen Aktivitäten verbunden.

Die Laudatio hält der Konzeptkünstler, Kurator und Leiter von Jason Rø e.V. für Kunst und Teilhabe, Carsten Reinhold Schulz, der die deutsche Auswahl zur Teilnahme an der Antwerpener Kunstausstellung betreut hat.

Alle eingereichten Arbeiten wurden anschließend, vor Ort, durch das international operierende Auktionshaus Christie’s Belgien versteigert. Die Erlöse flossen Sportlern mit geistiger Behinderung zu.

Somit ist die ausgezeichnete Silvia Fuchs für den erhaltenen Kunstpreis und ihre Arbeit zu ehren aber sicherlich auch für dieses, wie selbstverständlich gezeigte, soziale Engagement.

Die Düsseldorfer Künstlerin und begeisterte Musikerin fiel bereits in der Schule durch ihre starke künstlerische Aktivität auf und wurde früh dahingehend gefördert. Sie hat stets kreativ gearbeitet, trifft sich aber mit anderen Künstlern seit 1996 regelmäßig im offenen Atelier des Studio 111, des Haus St. Josef im Düsseldorfer Stadtteil Unterrath.

Ihre gelegentlich beinahe karikaturenhaft wirkende, schnell umreißende Darstellung von Dingen und Figuren, oft sind es zum Beispiel Frauen-Paare, ist das Ergebnis hochsensibler Konzentration. Eine hohe Affinität zur Wirkung der Farbe, die sich in der gewissenhaften Anlage, der als Hintergrund genutzten mehrschichtigen Farbflächen zeigt, und ihre innere Verbindung mit den Bild-Sujéts erzeugen eine klare Bildsprache und eine beinahe wiedererkennbare tiefe Emotionalität. Die so erzeugte, natürlich wirkende künstlerische Qualität, ist jetzt als eine herausragende, persönlich entwickelte, künstlerische Stimme einzustufen.

Die offizielle Preisübergabe ist zudem für die Kunststadt Düsseldorf ein wichtiges Signal einer, sich jetzt deutlicher zeigenden, kulturellen Offenheit und Toleranz, die nach dem Machtwechsel im Rathaus augenscheinlich wird. Es ehrt zudem das langjährige ehrenamtliche Engagement des gemeinnützigen Verein „Jason Rø e.V.“, der kulturelle Teilhabe und Solidarität wieder als zentrale Begriffe in der ganzen Gesellschaft verankern und für alle verfügbar machen möchte.

Auch dazu: Herzlichen Glückwunsch Silvia Fuchs.

Hinter dem musikalischen Beitrag „Carsten Diva“, verbirgt sich das revolutionäre Solo-Projekt des Düsseldorfer Musikers Carsten Tiemessen, E-Gitarre und Gesang.

Wer sich für die Preis-Übergabe interessiert, kann sich über die E-Mail Adresse: infø©jason-ro.de mit dem Veranstalter in Verbindung setzen.

Carsten Reinhold Schulz: Eine Eröffnungsansprache

Runder Tisch Outsider Art
Als mit-initiierender Teilnehmer bei „Runder-Tisch-Outsider-Art“ hat der Düsseldorfer Künstler und Gründer von Jason Rø, des ersten gemeinnützigen Vereins zur Förderung der Art brut in Düsseldorf, die Aufgabe gerne übernommen die Gäste und alle Teilnehmer bei „Präsentation Eins“ willkommen zu heissen.  Die kurze Rede hier zum Nachlesen. Eine Aktion zur Recherche künstlerischer Praxis innerhalb sozialer Felder.

„Guten Abend,meine Damen und Herren.

Mein Name ist Carsten Reinhold Schulz vom Verein Jason Rø. Ich habe heute die schöne Aufgabe, Sie alle herzlich im Namen von „Runder Tisch Outsider Art“ willkommen zu heißen.

Das gilt den Besuchern, den teilnehmende Gruppen, allen anwesenden Freunden der Kunst und nicht zuletzt den Künstlern selbst, die mit viel Engagement und Eigenverantwortung diesen heutigen Abend, ich denke wirkungsvoll, zusammengefügt haben.
Ein weiterer Dank gilt Herrn Jonas, der es relativ spontan möglich machte in dieser Halle eine Ausstellung zu organisieren, die dem Umfang und Thema gerecht wird, auch keine Selbstverständlichkeit in unserer Stadt in der alternative Orte und das kreative Niemandsland mehr und mehr entschwinden.

„Runder Tisch Outsider Art“, was ist das eigentlich?
Es ist ein Zusammenschluss von Malgruppen, Vereinen und Einrichtungen, die sich aus verschiedenen Gründen und aus verschiedenen Perspektiven der sogenannten Outsider-Art verpflichtet fühlen.

Wir möchten die Vorstellungs- und Lebenswelten dieser Künstler in Düsseldorf mit solidarischen Mitteln einem größeren Publikum zugänglich machen. Wir möchten Ausstellungen und Events organisieren und die entstehenden Auseinandersetzungen für die an Kunst interessierte Öffentlichkeit sichtbar machen. Sichtbarer als es bisher in den rein pädagogischen oder caritativen Zusammenhängen möglich war.Ich spreche nur Offensichtliches aus, wenn ich sage: künstlerische Beweglichkeit und Kreativität lassen sich heute Abend in vielen verschiedenen Facetten und teilweise überraschenden Kreationen wunderbar nachvollziehen, den Künstlern dieser Ausstellung sei Dank.

Verbindungen
Ich habe vor langer Zeit einmal gelernt: was einfach aussieht, muss es nicht immer sein und „nichts ist selbstverständlich“.Das gilt gerade für das Gespräch über die vielen unterschiedlichen Vorstellungen, die mit Kunst, Art-brut und anderen offenen oder solidarischen Kulturvorstellungen zu tun haben.
Es gibt so viele kreative Ansätze und Möglichkeiten zwischen pädagogischen Einstellungen, Krisen, Selbstverwirklichung und sogenannter Hochkultur.

Eine offene und tolerante Kultur ist somit nicht selbstverständlich. Um eine tolerante Kultur durchzusetzen müssen Menschen sich verbinden. Dafür müssen Menschen grundsätzlich mit alten und neuen Idealen einstehen. Dafür muss eine Gesellschaft wach bleiben, auch gegenüber manch einschläfernder Wirkung eines ausufernden Kapitalismus, der selbstverständlich besonders im Kunstbetrieb seine Spuren hinterlässt. Hat die Bewegung der Outsider-Art die Kraft zu diesem Thema inhaltlich markante Zeichen zu setzen? Will sie das überhaupt? Es geschieht allzu leicht, dass man die Künstler vor einen Karren spannen möchte. Dort ist die Selbstkritik unserer Gruppen gefragt.

Menschen und Kraft
Wie überall ist auch in Düsseldorf gut zu erkennen, dass zumeist einzelne enthusiastische Menschen hinter den Outsider-Malgruppen, Einzelkünstlern und offenen Ateliers stehen – Menschen, die dort mit viel persönlicher Lebensenergie und Freude für die Sache arbeiten – dennoch sind alle Beteiligten als Einzelakteure für die Öffentlichkeit bisher nahezu unsichtbar geblieben oder man muss es so sagen: man stand Bestrebungen der Outsider-Art von institutioneller Seite sogar versteckt feindselig gegenüber. Diese Zeiten sind glücklicherweise jetzt vorbei und die Stadt bewegt sich jetzt anders auf sozialen und politischen Feldern und beginnt Türen zu öffnen.

Diese neuen Kräfte sollen sich in der heutigen Ausstellung mit dem Titel „Präsentation Eins“ weiterentwickeln. Präsentation Eins spricht deutlich und endlich von der Hoffnung, dass die Toleranz in den Köpfen der Menschen und der Behörden in Bezug auf die Outsider-Art weiter voranschreiten wird. Sie zeugt von neuer Solidarität und dem Wunsch nach kultureller Offenheit. Dafür arbeiten alle heute Abend Beteiligten seit etlichen Jahren. Die heutige Ausstellung zeugt aber vor allem von vielen Künstlern, die ihre persönlichen Ausdrucksformen gefunden haben, oder mit viel experimenteller Lust nach diesen Formen suchen. Das ist wichtig.

Wirkungen
Jetzt, zum Ende des Jahres 2014, zeigen sich die Wirkungen aller gemeinsamen Anstrengungen. Soeben etabliert sich in unserer Stadt die erste kommerzielle Outsider-Galerie, deren Macher in Soest beheimatet sind und ein weiterer gemeinnütziger Verein hat sich mit Duisburger Künstlern zum Thema Outsider-Art in Düsseldorf angesiedelt.

Das zeigt ganz gut, welche Funktion die Stadt im Bereich der offenen Kulturszene haben kann und wie genau kulturelle Bewegungen von Außen wahrgenommen werden. Da nimmt man die verzögerten politischen Reaktionszeiten von 2-3 Jahren gerne hin …

Siegertreppchen als verbindendes Symbol
Als gestaltetes Zeichen der gemeinsamen Anstrengungen möchte ich noch auf die bemalten Möbel-Kunst-Objekte aufmerksam machen, die in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt anlässlich der Special Olympics 2014 entstanden sind. Jede am „Runder Tisch Outsider Art“ beteiligte Gruppe hat ein solches Siegertreppchen bemalt. Angefertigt wurden sie von der Düsseldorfer Werkstatt für angepasste Arbeit. Sollten Sie die Absicht haben dem Vorbild der Kuratorin der Provinzial-Rheinland-Kunstsammlung als Käufer zu folgen und ein solches Stück erwerben wollen, kann ich Ihnen an dieser Stelle versichern, dass die Einnahmen vollständig in die gemeinnützige Arbeit zur Outsider Art in unserer Stadt fließen werden.

Ich freue mich, mit Ihnen, auf einen anregenden Abend mit vielen Gesprächen. Wir werden nachher alle Gelegenheit haben, uns miteinander auszutauschen.
Jetzt bin allerdings sehr gespannt auf den nun folgenden Vortrag. Der Kunst-Sammler und Neuro-Chirurg Dr. Turhan Demirel, der als einer der besten Kenner der Materie in Deutschland gilt, wird uns alles Sinnstiftende rund um das Thema Outsider-Art jetzt näherbringen können.

Viel Spass, viel Freude. Vielen Dank .

2014-10-02, Rede „Präsentation Eins“ ©carstenreinholdschulz 2014, RunderTischOutsiderArt

 

Kunsthalle Düsseldorf refuses dialogue about Outsider Art. Special Olympics 2014 comes to town …

Kunsthalle, KIT und Kunstpalast: alle Düsseldorfer Kunstmuseen mit städtischer Beteiligung, haben jegliche Gesprächsbereitschaft oder Beteiligung gegenüber dem inklusiven Kunstprojekt „PAIR-IMPAIR“ jetzt rundheraus abgelehnt. Das vom Düsseldorfer Kulturamt in Zusammenarbeit mit Jason Rø e.V. verabschiedete Projekt „PAIR-IMPAIR“, speziell für das kulturelle Rahmenprogramm vor den Special Olympics 2014 erarbeitet, ist somit ohne konzeptuell schlüssigen Ort und zum Scheitern verurteilt. Die Aktion, die bewußt in einer Nische und abseits des normalen Kunstbetriebs eines Museums umgesetzt und jeweils einen arrivierten Künstler und einen aktuellen Künstler der Outsider Art gegenüberstellen sollte, wird offenbar von der öffentlich wirksamen Nähe zur sogenannten Hochkultur ferngehalten. Damit findet das gesamte städtische Kultur- und Rahmenprogramm zu den SO2014 für Menschen mit geistiger Behinderung bisher ohne jegliche Beteiligung eines städtischen Kunstmuseums statt. Eine einmalige kulturelle Chance für Düsseldorf verstreicht …

Kunsthalle, K.I.T. and Museum Kunstpalast refuse any dialogue about Outisder Art. This means no participation of any Duesseldorf located Art Museum during the Special Olympics 2014related to the cultural expressions of people with mental disabilities. Is that fact a dangereous sign or is it just soliloquy of todays art managing in Germany?

Choose Jason Rø e.V. for help and support: info(at)jason-ro.de

 

 

ArtBeatsBrut: der Film. Dimensionen sogenannter Outsider-Kunst.

Bild

Erstaufführung.
Ein kurzer Film über Outsider Art in Düsseldorf
„MICH MACHT WAS KUNST MACHT“
A short film by Carsten Reinhold Schulz
Voice: Dieter Brandecker
Music: Das zweite Feld
Production: HIPSHOOT-FILM, Flingern
OFF Raum  /  Kunstpunkt 84 / at Studio 111
Kalkumer Straße 60, Düsseldorf-Unterrath
Film und table talk: 19.00 Uhr, 2013, September, Friday 13 

Anlässlich der erstmaligen Beteiligung eines Outsider-Ateliers – nach vielen Jahren vergeblicher Versuche – bei den Düsseldorfer Kunstpunkten 2013, geht der Konzept-Künstler und Initiator der Projekte ArtBeatsBrut und Jason Rø e.V., einigen Tendenzen innerhalb der sogenannten Outsiderkunst und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz, mit einem Fokus auf die Kunststadt Düsseldorf, filmisch nach.
English translation
On the occcasion of the first ever participation of an outsider art studio, at 2013 Duesseldorf „Kunstpunkte“, concept-artist and founder of such projects like ArtBeatsBrut and Jason Rø e.V., made a short film about some tendencies within the Outsider Art and its social system acceptance  – focused on a city like
Duesseldorf. An informative and entertaining insight for thought on art brut.Produced without public or private funding.